2026 - Die Aufgabe - alte DDS Backup Bänder "zurück spielen"
Februar 2026 - Es ist eigentlich ein ganz normaler Vorgang, daß man auf die auf Magnetband (DDS, DLT, LTO und sonstige speziellen Kassetten-Formate wie Travan) geschriebenen Dateien im Notfall wieder zugreifen kann und die auch zurück holen können "muß". Bei Banken und Versicherungen muß das sogar 20 oder 25 Jahre lang funktionieren. Also haben wir das vorab auch zuerst mal getestet, wie das mit unseren eigenen uralten Backups ist, als nämlich solche Wünsche von außen an uns herangetragen wurden.
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Unsere Bänder wurden mit "Backup Exec 8.5" gefüttert
Und das war erstens in 1998 und zweitens lagen die Dateien auf unserem Novell-Server. Und von unserem Novell-Server wurde mit der Backup Exec Version 8.5 (für Netware) oder sogar mit der Arcserve Version 4.0 (für Netware) gesichert. - Diese beiden Netware-Versionen mit den NLM-Libraries laufen jeweils nur auf den Novell Servern Version 4.1. Was ich nie mitbekommen hatte, diese gesicherten Dateien auf unseren uralten DDS1 Bändern "enthalten" daher einen sogenannten "SMS Datenstream".
Das bedeutet, nicht im Header der jeweiligen Datei steht, welche Rechte ein Benutzer haben muß, um auf die Datei zuzugreifen oder sie zu bearbeiten, es steht in einer Netware- Server- Datenbank. Und die muß bei der Rücksicherung auf einen Windows NTFS Client oder Windos kompatiblen Server oder ein NAS konvertiert werden.
Wie dem auch sei, wir wollen diese 25 Jahre alten Bänder probeweise zurücksichern und uns vergewissern, daß diese Rücksicherung auch erfolgreich war. Also mal sehen.
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Es geht los mit der PC-Station unter WIN XP/SP3
Damals war WIN XP noch neu und darum ist das die Basis unserer Rücksicherung. Aus Zeitgründen ist die Installation auf einer relativ alten Hardware mit einer 2 GHZ Dual Core AMD64 CPU sowie 3 PCI Slots und 4 IDE und 2 SATA Slots und einer 125GB SSD ein erster Weg, 20 Jahre zurück zu gehen.
Von unseren etwa 20 bootfähigen USB-Sticks mit aller möglichen 32bit Diagnose- Software als auch unseren diversen Install-USB Sticks mit WIN XP/32, WIN7/32 und bootet nur ein einziger mit diesem BIOS des Winfast PCs.
Alle anderen USB-Sticks wollen einfach nicht starten. Also nur 1 einziger unserer WIN XP Install-USB- Sticks ermöglicht die schnelle Installation (beinahe Faktor 10 gegenüber der CD oder DVD von vor 20 Jahren).
Besonderheit : Auch die beiden damals hypermodernen SATA Buchsen auf dem Mainboard waren so unscheinbar in einer dunklen Ecke versteckt, daß damit die IDE zu SATA Converter-Platinen entfallen konnten. Die Installationauf der SSD klappte dann. Wenn die XP Installation erst mal erfolgreich gestartet ist, geht es wirklich rasant schnell (im Vergleich zur Erinnerung von vor 20 Jahren). Auch der PC ist insgesamt erstaunlich schnell - bis hierher war alles dann doch erfreulich.
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Der WINFAST PC hat eigentlich alles, das wir brauchen
Die 2 GHZ AMD CPU ist sogar eine 64 Bit Version. Der NVIDIA-CHip enthält den Grafik Prozessor und den Netzwerk-Chip und den Audio-Chip. Die Treiber sind alle auf einer WINFAST-CD vorhanden. 4 IDE Slots reichen für Platte und DVD-Laufwerk, 2 zusätzliche SATA Slots sind im BIOS als bootfähig zu markieren. 3 PCI Slots, 6 USB Slots und ein Ethernet Slot runden das Bild aus 2002/2005 ab. Die SSD ist sehr schnell. Es ist alles da, das wir brauchen.
Ein Adaptec AHA-2940 Ultra/Ultra SCSI-PCI Controller wurde uns zur Verfügung gestellt samt einem HP-DDS4 Laufwerk und 2 noch ganz neuen 20GB DDS4 Kassetten.
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Weiterhin sind über 10 DDS1 und DDS2 und DDS3 Laufwerke bei uns im Labor vorhanden - samt jeder Menge an SCSI- Controllern, Kabeln und SCSI- Terminatoren.
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Versuche mit dem ersten DDS1 Laufwerk und dann DDS2
Die uralten DDS1 Laufwerke von HP und Mitsumi und allen anderen Herstellern sind die ältesten und die Führungen für die Bandeinfädelung um den Schrägspurkopf herum sind zum Teil verharzt. Das alte DDS1 Band wird nur ruckartig und widerwillig um den Kopf gelegt oder gezogen. Man hört, das Motörchen quält sich. Also ein anderes Laufwerk, ein DDS2 - auch von HP probieren. Die DDS2 Laufwerke sind etwa 2 Jahre jünger und mit DDS1 kompatibel.
Dieses ausgetauschte DDS2 Laufwerk führt das Band klaglos aus der Kassette raus und auch wieder rein. Ein Fortschritt.
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Jetzt folgt die wichtigste Arbeit, die Backup Software
Als erstes wird über das Programm "Hardware-Info" oder das WIN XP Tool geprüft. ob das Bandlaufwerk von Windows als Gerät überhaupt erkannt wird und dann wird mit einer Testsoftware geprüft, ob eine Test-Kassette einwandfrei beschrieben und auch gelesen werden kann. Gleiches gilt natürlich auch für unser Leih-Exemplar, das DDS4 Laufwerk. - Sind diese Tests erfolgreich, kann überhaupt erst mit der Evaluierung alter Backups begonnen werden.
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Bei unseren DDS1 Tapes ist es mit der Software eindeutig
Wir hatten bei uns damals auf dem Netware- Sicherungs- Server nur die beiden gängigsten Software-Pakete : "Arcserve for Netware" und "Backup-Exec for Netware", mit denen man damals auch unsere im Novell- Netzwerk (IPX/SPX LAN - noch kein TCP/IP) befindliche Windows-2000 und XP Arbeits-Stationen sichern konnte.
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Die alten DDS Bandlaufwerke sind langsam - also Geduld
Nach dem Einschieben der DDS Kassette in den Laufwerks-Schacht dauert es etwas, bis die (jeweilige) Firmware das Band nochmal auf Anfang zurück gespult und initialisiert hat.
Vermutlich wurde da ein über mehrere Band-Generationen vereinbarter Header ausgelesen, manchmal bis zu 2 Minuten lang. Dann weis das Laufwerk, welches Band mit welchem Titel eingelegt ist.
Einige Laufwerke lassen die Trommel einfach weiter laufen, intelligentere Laufwerke führen das initialisierte Band temporär in die Kassette zurück. Das spart dann die kostbaren "Kopfstunden". Die rotierenden Köpfe unterliegen schon einem mechanischen Verschleiß, halten also nicht ewig - So kommt es später zu Lesefehlern, wenn die Kopftrommeln "End of Life" sind. Reingungsbänder helfen dann auch nicht mehr.
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Die DDS Kassetten Kompatibilität
Wir haben inzwischen insgesamt 4 DDS Kassetten-Versionen, von DDS1 bis DDS4. Auch sind inzwischen ein DDS3 und ein DDS4 Laufwerk neben unseren über 10 DDS1 und DDS2 Laufwerken vorhanden.
Irgendwie sind die auch alle ein Bißchen abwärtskompatibel, aber nur ein wenig. Das alles auszuprobieren verschlingt ebenfalls sehr viel Zeit.
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Die DDS1 und DDS2 und DDS3 Laufwerke haben hinten dran immer noch den alten breiten SCSI Anschluß. Erst das DDS4 Laufwerk hat die neuere schmalere SCSI Buchse.
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Fast alle DDS-Laufwerke sind Mitsumi OEM Drives
Auch, wenn da HP oder Compaq oder IBM drauf steht, auch die von SONY kommen alle aus Japan oder Korea oder den Philipinen. Hier eine Auswahl unserer Geräte - Anfänglich waren es Einzellaufwerke mit den Typen-Bezeichnungen
- 35470 (aus 1997) Made in France
- 35480 (??) Made in UK
- C1504 (??) Made in UK
- C1528 (aus 1999)
- C1533 (aus 1995)
- C1533 (aus 1996)
- C1533 (aus 1997)
- C1536 (aus 1996)
- C1536 (aus 1999)
- C1537 (aus 2000) DDS3
- C1554 (aus 2001) DDS3
- C1599A (aus 1998)
- STD2401LW (aus 2002) - (IBM/Seagate) DDS4
- STD7000 (evtl 1997 by SONY)
(und das sind immer noch nicht alle DDS-Laufwerke)
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Mit den ersten Kassettenwechslern, den sogenannten "Autoloadern" kamen auch die entsprechenden Autoloader-Laufwerke mit zusätzlichen Loader-Schnittstellen an der Front und ohne Blende auf den Markt. Diese Loader-Schnittstellen reichen die Loader-Befehle und Rückmeldungen an die Loader-Elektronik weiter, denn das SCSI- Kabel wird nach wie vor von hinten in das DDS-Laufwerk gesteckt.
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Jetzt ein Abstecher bezüglich eventuellem Leidensdruck
Die große Frage ist bei uralten "fremden" DDS Bändern, die der Rücksicherung bedürfen, welche Software wurde damals verwendet. Es gab da nämlich mehr als 10 unterschiedliche Sicherungsprogramme mit mehr als 4 Betriebssystemen. Wir denken da vornehmlich an DOS, Windows, Netware und Linux. Alle hatten ihre Vor- und Nachteile.
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Deshalb beginnen wir mit den beiden gängigen Programmen "Arcserve" und "Backup-Exec" unter Windows XP. Auch hier gibt es viele aufsteigende Versionen mit den unterschiedlichsten Eigenarten bzw.Optionen.
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Kommt mit diesen Programmen nichts Verwertbares raus, müssen Tricks her. Laut der alten Handbücher kann man unter Linux mit dem Kommandozeilen-Tool "DD" einen sogenannten "Dump" des Bandinhaltes auf die lokale Platte übertragen. Das sind aber Hex-Hyroglyphen, die da geschrieben werden, und die dann auch erst wieder entschlüsselt bzw. in lesbaren Text konvertiert werden müssten. Dort soll in den Anfängen des Mediums oder dem Tape-Header der Name oder die Identität des Backup Programmes samt Revision und Verschlüsselung zu sehen sein. Das auzuprobieren ist extrem zeitaufwendig.
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Dieses "DD" Programm ist ein universelles Duplizierungsprogramm. Es schreibt von der Quelle (dem "Quell-Device" - bei uns das DDS Laufwerk) alles bis zum bitteren Ende auf das "Ziel-Device" - bei uns die lokale Festplatte. Und das geht angeblich sogar ohne anzuhalten, egal ob da auf der Quelle noch etwas drauf ist oder nicht.
Ursprünglich war das zum Duplizieren von Disketten entwickelt worden, dann für die damaligen Festplatten und später auch für die Magnetband-Laufwerke aller Art. Also nicht die Kassette oder das Band in der Kassette wird adressiert und damit dupliziert, sondern alles, das in dem Device (=Laufwerk) drinnen steckt.
Also auch ein leeres 40 Gigabyte Band wird mit diesen 40 Gigabyte auf die lokale Platte geschrieben - gnadenlos.
Ein weiteres deutlich mächtigeres Backup und vor allem Restore- Programm bzw. der Befehl unter allen Linuxen ist das der "tar" Befehl. Doch beim Restore hat "tar" fast die gleichen für unseren Fall probematischen Einschränkungen wie die ganzen Windows und DOS Programme. Hat das zu lesende Band eine Lücke, was auch immer das sein könnte, bricht der Datenstrom ab und das Programm stoppt or rastet aus. Das wars dann.
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Bevor ich nun doch einen Netware Server aufsetzen muß .....
Wir wollen ja testweise überhaupt mal ausprobieren, ob auf unseren 20 Jahre alten DDS1 Bändern noch intakte Dateien ausgelesen werden können - also ob es überhaupt funktioniert. Doch zu der Zeit war nicht vorgesehen, daß die damals aktuelle Sicherungs-Software mit einem Novell Netware Backup auf einen Windows Server zurück spielen kann bzw. können müsste.
Bislang : Es geht nicht. Die Formate sind zu unterschiedlich und erst die jüngeren Versioen von Backup Exec zum Beispiel ab der Version 14 haben inzwischen eine zusätzlich Option, dieses Novell-Netware Datei-Format in Windows NTFS-Formate zu konvertieren. Das war zu der Zeit nach 2005, als Novells Netware fast überall von Windows Servern ersetzt wurde.
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Der Aufwand, mit dem Wissen der Erinnerung heute noch mal einen Netware Server aufzusetzen, die Backups dort zurück zu sichern und dann auf den Windows Server rüber zu kopieren, das steht alles in keinem Verhältnis zum Zeitaufwand.
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Test-Software von SONY, Quantum, Seagate und HP/Compaq
Der Grund für WIN XP war, wir haben natürlich auch noch spezielle Tape-Software, um Fehler zu suchen. So zum Beispiel eine SONY Software, mit der man ein Band in einem DDS Laufwerk umspulen und wieder zurückspulen kann. Auch kann damit ein Leer-Band mit Prüfdaten beschrieben werden und wieder gelesen werden. Die Software funktioniert mit DDS1 und auch mit DDS4.
Das alles ist in der eigentlichen Backup-Software nie vorgesehen gewesen, man braucht es aber, um sich zu vergewissern, daß die SCSI Technik im Prinzip funktioniert.
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Bei unserer HP Software waren zum Beispiel neuere Firmware Updates dabei, die ich eingespielt habe. Damit sei das Laufwerk beim Schreiben und beim Lesen toleranter gegenüber Bandfehlern geworden - ...... sagt die Beschreibung.
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