Sie sind hier : Homepage →  Backup Exec for Win - Probleme

Die Aufgabe - alte DDS Backup Bänder zurück spielen

Es ist eigentlich eine ganz normale Sache, daß man auf die auf Magnetband (DDS, DLT, LTO (und sonstige speziellen Kassetten-Formate wie Travan) geschriebenen Dateien im Notfall wieder zurück holen können "muß". Bei Banken und Versicherungen muß das sogar 20 oder 25 Jahre lang funktionieren. Also haben wir das vorab auch erst mal getestet, wie das mit unseren uralten Backups ist, als solche Wünsche von außen an uns herangetragen wurden.
.

Unsere Bänder wurden mit "Backup Exec 8.5" gefüttert

Und das war erstens in 1998 und zweitens auf unserem Novell-Server und von unserem Novell-Server mit der Backup Exec Version 8.5 (für Netware) oder sogar mit der Arcserve Version 4.0 (für Netware) - und diese Netware-Versionen mit den NLM-Libraries laufen jeweils nur auf dem Novell Server Version 4.1. Diese gesicherten Dateien auf unseren uralten Bändern "enthalten" daher einen sogenannten "SMS Datenstream".
Das bedeutet, nicht im Header der jeweiligen Datei steht, welche Rechte ein Benutzer haben muß, um auf die Datei zuzugreifen oder sie zu bearbeiten, es steht in einer Netware- Server- Datenbank. Und die muß bei der Rücksicherung auf einen Windows Client oder Windos kompatiblen Server konvertiert werden.

Wie dem auch sei, wir wollen diese 25 Jahre alten Bänder zurücksichern und uns vergewissern, daß diese Rücksicherung auch erfolgreich war. Also mal sehen.
.

Es geht los mit der PC-Station unter WIN XP/SP3

Damals war WIN XP noch neu und darum ist das die Basis unserer Rücksicherung. Aus Zeitgründen ist die Installation auf einer relativ alten Hardware mit einer 2 GHZ Dual Core AMD64 CPU sowie 3 PCI Slots und 4 IDE und 2 SATA Slots ein erster Weg, 20 Jahre zurück zu gehen.

Von unseren etwa 20 bootfähigen USB-Sticks mit aller möglichen 32bit Diagnose- Software als auch unseren diversen Install-USB Sticks mit WIN XP/32, WIN7/32 und bootet nur ein einziger mit diesem BIOS des Winfast PCs.

Alle anderen USB-Sticks wollen einfach nicht starten. Also nur 1 einziger unserer WIN XP Install-USB- Sticks ermöglicht die schnelle Installation (beinahe Faktor 10 gegenüber der CD oder DVD von vor 20 Jahren).

Besonderheit : Auch die beiden damals hypermodernen SATA Buchsen auf dem Mainboard waren so unscheinbar in einer dunklen Ecke versteckt, daß damit die IDE zu SATA Converter-Platinen entfallen konnten. Wenn die XP Installation dann mal erfolgreich gestartet ist, geht es wirklich rasant schnell im Vergleich zur Erinnerung von vor 20 Jahren. Auch der PC ist erstaunlich schnell - bis hierher alles dann doch erfreulich.
.

Der WINFAST PC hat eigentlich alles, das man braucht

Die 2 GHZ AMD CPU ist sogar eine 64 Bit Version. Der NVIDIA-CHip enthält den Grafik Teil und den Netzwerk-Chip und den Audio-Chip. Die Treiber sind alle auf einer WINFAST-CD vorhanden. 4 IDE Slots reichen für Platte und DVD-Laufwerk, 2 zusätzliche SATA Slots sind im BIOS als bootfähig zu markieren. 3 PCI Slots, 6 USB Slots und ein Ethernet Slot runden das Bild aus 2002/2005 ab. Es ist alles da, das wir brauchen.

Ein Adaptec AHA-2940 Ultra/Ultra SCSI-PCI Controller wurde uns zur Verfügung gestellt samt einem HP-DDS4 Laufwerk und 2 neuen 20GB DDS4 Kassetten.
.
Weiterhin sind über 10 DDS1 und DDS2 und DDS3 Laufwerke bei uns im Labor vorhanden - samt jeder Menge an SCSI- Kabeln und SCSI- Terminatoren.
.

Versuche mit dem ersten DDS1 Laufwerk und dann DDS2

Die DDS1 Laufwerke von HP und allen anderen sind die ältesten und die Führungen für die bandbewegung um den Schrägspurkopf sind zum Teil verharzt. Das alte DDS1 Band wird nur ruckartig und widerwillig um den Kopf gelegt. Man hört, das Motörchen qualt sich. Also ein anderes Laufwerk, ein DDS2 - auch von HP probieren. Die DDS2 Laufwerke sind etwa 2 Jahre jünger und mit DDS1 kompatibel.

Dieses getauschte Laufwerk führt das Band klaglos aus der Kassette raus und auch wieder rein.
.

Jetzt folgt die wichtigste Arbeit, die Backup Software

Als erstes wird über das Programm "Hardware-Info" geprüft. ob das Bandlaufwerk erkannt wird und dann wird mit einer Testsoftware geprüft, ob eine Test-Kassette einwandfrei beschrieben und auch gelesen werden kann. Gleiches gilt natürlich auch für unser Leih-Exemplar, das DDS4 Laufwerk.

Sind diese Tests erfolgreich, kann überhaupt erst mit der Evaluierung alter Backups begonnen werden.
.

Bei uns ist es mit der Software eindeutig

Wir hatten bei uns auf dem Netware-Server nur die beiden gängigsten Software-Pakete : "Arcserve for Netware" und "Backup-Exec for Netware", mit denen man damals auch unsere im Novell- Netzwerk (IPX/SPX LAN) befindliche Windows-2000 und XP Arbeits-Stationen sichern konnte.
.

Die alten DDS Bandlaufwerke sind langsam

Nach dem Einschieben der DDS Kassette in den Laufwerks-Schacht dauert es etwas, bis die (jeweilige) Firmware das Band zurück gespult und initialisiert hat.

Vermutlich wurde da ein über mehrere Band-Generationen vereinbarter Header ausgelesen, manchmal bis zu 2 Minuten lang. Dann weis das Laufwerk, welches Band mit welchem Titel eingelegt ist.

Einige Laufwerke lassen die Trommel einfach weiter laufen, intelligentere Laufwerke führen das initialisierte Band temporär in die Kassette zurück. Das spart dann die kostbaren "Kopfstunden". Die rotierenden Köpfe unterliegen schon einem mechanischen Verschleiß.
.

Jetzt ein Abstecher bezüglich eventuellem Leidensdruck

Die große Frage ist bei uralten "fremden" DDS Bändern, die der Rücksicherung bedürfen, welche Software wurde damals verwendet. Es gab da nämlich mehr als 10 unterschiedliche Sicherungsprogramme mit mehr als 4 Betriebssystemen. Wir denken da vornehmlich an DOS, Windows, Netware und Linux. Alle hatten ihre Vor- und Nachteile.
.
Deshalb beginnen wir mit den beiden gängigen Programmen "Arcserve" und "Backup-Exec" unter Windows XP. Auch hier gibt es viele aufsteigende Versionen mit den unterschiedlichsten Eigenarten bzw.Optionen.
.
Kommt mit diesen Programmen nichts Verwertbares raus, müssen Tricks her. Laut der alten Handbücher kann man unter Linux mit dem Kommandozeilen-Tool "DD" einen sogenannten "Dump" des Bandinhaltes auf die lokale Platte übertragen. Das sind aber Hex-Hyroglyphen, die da geschrieben werden, und die dann auch erst wieder entschlüsselt bzw. in lesbaren Text konvertiert werden müssten. Dort soll in den Anfängen des Mediums oder dem Tape-Header der Name oder die Identität des Backup Programmes samt Revision und Verschlüsselung zu sehen sein. Das auzuprobieren ist extrem zeitaufwendig.
.
Dieses "DD" Programm ist ein universelles Duplizierungsprogramm. Es schreibt von der Quelle (dem "Quell-Device" - bei uns das DDS Laufwerk) alles bis zum bitteren Ende auf das "Ziel-Device" - bei uns die lokale Festplatte. Und das geht angeblich sogar ohne anzuhalten, egal ob da auf der Quelle noch etwas drauf ist oder nicht.

Ursprünglich war das zum Duplizieren von Disketten entwickelt worden, dann für die damaligen Festplatten und später auch für die Magnetband-Laufwerke aller Art. Also nicht die Kassette oder das Band in der Kassette wird adressiert und damit dupliziert, sondern alles, das in dem Device (=Laufwerk) drinnen steckt.

Also auch ein leeres 40 Gigabyte Band wird mit diesen 40 Gigabyte auf die lokale Platte geschrieben - gnadenlos.
.

Startseite - © 2001/2026 - Copyright by Dipl.-Ing. Gert Redlich / D-65191 Wiesbaden / Germany - Impressum - DSGVO - Privatsphäre -